Mittwoch, 24. März 2010

Eine Zusammenfassung der letzten zwei Monate


Endlich komme ich mal wieder dazu, mich zu melden. Ich muss zugeben, es war eine Kombination aus beschäftigt sein und einem Vor-mir-Herschieben, weil es so viel zu schreiben gibt, dass ich nicht weiß, wo anfangen und wo aufhören...
Bevor ich ganz aufgebe, versuche ich euch heute doch zumindest mal eine Zusammenfassung zu geben, von dem, was in den letzten 2 Monaten passiert ist.
 
Ich bin irgendwie immer tiefer in ein Loch an Frustration gestürzt, das gar nicht mehr enden wollte. So vieles lief in meinem Projekt nicht so, wie man sich das vorstellt – oder zumindest so wie ich mir das vorgestellt hatte. Ich möchte das in diesem öffentlichen Forum ungerne detailliert erklären. Im Prinzip ging es vor allem um Anerkennung von Arbeit, jegliche Rückmeldung zu dem, was man macht, Kommunikation und Akzeptanz von Privatssphäre und Feierabend. All diese Aspekte waren entweder nur recht unzureichend oder überhaupt nicht auffindbar hier in am See. Das hat auf die Dauer immer stärker an meinen Nerven gezehrt und mich schließlich zu dem Punkt gebracht, wo ich weinend im DED Büro saß und einfach nur noch weg wollte von diesem Ort – naja, nicht von dem Ort, der hat mich ehrlich gesagt, am meisten davon abgehalten, das Projekt zu verlassen, sondern dem Projekt an sich. Als klar wurde, dass es kein anderes Projekt mehr gibt, zu dem ich wechseln hätte können und auch deutlich wurde, dass ich das Land unverzüglich verlassen müsste, würde ich abbrechen, wurde mich auch immer klarer, dass ich das Land auf keinen Fall verlassen will. Noch nicht... Also rappelte sich doch wieder die Kämpferin in mir auf und machte sich bereit für eine weitere Runde.
So komisch das auch klingen mag, es gab einen kleinen unscheinbaren Moment, der mir aber ganz viel Energie für die kommende Zeit gegeben hat. Bei einem der workshops war der tour guide und Künstler von Edirisa dabei und hat mir einen Rukiga (die Lokalsprache hier)-Namen gegeben: Tushemereirwe (the one that is ever happy). Ich muss irgendwie die ganze Zeit, wo ich innerlich so frustriert und unglücklich war, nach außen hin immer noch einen fröhlichen Eindruck hinterlassen haben. Diese Rückmeldung hat wiederum auf mein Inneres abgefärbt und mir komischerweise ganz viel Kraft gegeben für die nächsten Wochen...
 
In der nächsten Zeit war ich wieder mit mehr Herz dabei und habe gelernt, mich mit vielerlei einfach abzufinden, Dinge nicht zu nah an mich rankommen zu lassen. Ich habe mir einige neue Design überlegt, mich weniger mit den Finanzen beschäftigt (das hat eh keinen Zweck...).
 
Anfang Februar war dann Zwischenseminar für eine Woche. Austausch mit anderen, Lachen, Distanz und gutes Essen – das war schön und kraftspendend.
 
Mittlerweile steigt mein Frustgrad gerade wieder etwas an und ich versuche, mich immer wieder zu ermahnen, dass man vieles nicht so ernst nehmen sollte und das es im Prinzip nicht mein Problem ist. Ich glaube, was ich vor allem brauche, ist ein bisschen Urlaub und Distanz – dann kann ich auch wieder mit neuem Schwung weiter machen. Eine gute Woche noch, dann ist es endlich soweit. ICH FLIEGE ZU KRISCHAN!
 
So viel von mir für heute. Ich werde versuchen, mich wieder in regelmäßigeren Abständen zu melden...

4 Kommentare:

  1. Gibt's dann auch nen neuen Blog? Solveigh in Kambodscha?

    Meine liebe Tushemereirwe (DER Name ist jetzt echt mal schwer zu schreiben, da geht Solveigh ja geradezu leicht von der Hand...), hab viel Spaß mit dem wohl größten Kambodschaner Asiens und natürlich dann auch wieder als Musterüberlegerin!

    Tristan

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  2. I had to go down the Khalil and consult my German advisors. They tell me the word for you is "invincible".

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  3. HALL, not Khalil, and U N B E S I E G B A R.

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  4. Es gibt dann ja zumindest einen Gasteintrag in Krischan in Kambodscha..?!
    Stark wie du das alles meisterst! Und Krischan freut sich schon total! Er ist gerade unterwegs nach Bangkok. Hoffentlich kommt ihr gut mit den ganzen "Hellride" Bussen durch Asien......Viel Spaß und passt gut auf Euch auf!

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